21.03.2026, 8:00 Uhr, sonniges Wetter, der städtische Bauhof Zirndorf. Fischerinnen und Fischer allen Alters holten sich Müllsäcke, Spießstöcke, Handschuhe, Greifer und Warnwesten und konnten, mit besseren Voraussetzungen als am Umweltschutztag, durchstarten, weil es keine 10 cm starke, frische Laubschicht an den Flussufern gab, die man vor der Entdeckung von Müll erst durchdringen musste. Alle Bereiche der Bibert (flussauf und -ab vom Bauhof, Leichendorf bis zum Vereinsheim) konnten ganz problemlos an beiden Uferseiten mit Suchtrupps abgedeckt werden. Das Gruppenbild wird, mit diesmal 61 Teilnehmern, von Jahr zu Jahr immer beeindruckender. Unser Kompliment an Thomas für die Einbindung eines Großteils der Jugendgruppe.
Dieses Jahr verzichte ich ganz bewusst auf eine Aufzählung was alles für Gezeugs gefunden wurde, weil es gefühlt jedes Jahr die gleiche Art von Abfall ist. Viele Säcke mit dem üblichen Müll wurden natürlich wieder zusammengetragen, aber Schusswaffen, Tresore, geschützte Großvögel, Elektroroller oder -fahrräder sowie Plakatwände sind uns diesmal keine aufgefallen. Scherzbolde unter den Anwohnern wollten uns buchen um deren Garten gleich mit zu entrümpeln - ich bot denjenigen dann im Gegenzug an, sich nächstes Jahr gerne am entsprechenden Samstag um acht mit uns am Bauhof zu treffen und sich an der Aktion Saubere Landschaft zu beteiligen, daran hatten diese dann aber erstaunlicherweise eher weniger Interesse.
Beinahe hätten wir versehentlich Forschungsgeräte, nämlich Feinnetz-Fallen von der RPTU-Landau für Kunststoffmüll gehalten und entsorgt. Diese dienen dazu den Einfluss invasiver Arten wie z. B. der Dreikantmuschel, des Drüsigen Springkrauts oder der Schwarzmundgrundel im Rahmen der „SystemLink-Feldkampagne 2026“ unter anderem am unteren Gewässerabschnitt der Bibert zu erforschen. Zum Glück wurden die Schilder mit der entsprechenden Beschriftung noch rechtzeitig entdeckt. Ich wäre schon sehr neugierig was die Studie an Ergebnissen liefert, eventuell ist ja auch die eine oder andere nützliche Information für uns dabei. Apropos, wir haben am Unterlauf der Bibert ganz viele, wohl vom Bisam leergefressene Muschelschalen gefunden. An sich ist das nichts Besonderes, aber es waren eben nicht die eingeschleppten Dreikantmuscheln, die man z. B. am Europakanal immer und überall am Blinker, bzw. am Vorfach oder Gummifisch hängen hat, sondern wunderschöne, waschechte Flussmuscheln (wahrscheinlich Unio spec.) wie sie bei uns heimisch sind und bleiben sollen. Die Bibert ist offensichtlich in einem ziemlich guten Zustand hinsichtlich der Wasserqualität. Die Flussmuschel ist tatsächlich ein Bioindikator für Gewässer-Güteklasse I-II sowie für einen zumindest ausreichenden Bestand an spezifischen Wirtsfischen wie z. B. Döbel, Hasel, Elritze. Da es sich hier allesamt nicht um bedeutende (Angler-)Nutzfische handelt scheinen wir im Verein ja mit dem Besatz vieles richtig zu machen und die rezenten Arten nicht übermäßig zu stören oder gar zu verdrängen.
Bemerkenswert und erfreulich war im Verlauf der Aktion auch eine spontane Hegemaßnahme mit sportlicher Befreiung einer verirrten Bachforelle aus einem kleinen Sammel-Betonbecken, wo diese ohne Eingreifen unweigerlich verendet wäre. Dies gelang in hervorragendem Petrijünger-Teamwork und gipfelte in einer anschließenden schonenden Auswilderung an einer besonders geeigneten, mild durchströmten Flussstelle.
Gegen 11 Uhr waren wir wieder am Bauhof, wurden von den Mitarbeitern mit Getränken, mit Suppe und Brot bedacht und haben die zweite Ladung an vollen Müllsäcken abgegeben.
Stefan und Gabi Debast
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Jung, sehr geehrter Herr Landrat Obst, sehr geehrte Damen und Herren des Fürther Stadtrats
Betreff: Umsetzung „Kanukonzept“: Erlass einer Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs der Flüsse Rednitz, Pegnitz und Regnitz
Sehr geehrter Herr Petschner, sehr geehrte Herren,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 18.11.2024 betreffend das Kanukonzept bzw. die Ge meingebrauchsverordnung der Städte Fürth und Nürnberg.
Die Städte Fürth und Nürnberg haben in Kooperation für die Gewässer Rednitz, Pegnitz und Regnitz ein Konzept für eine nachhaltige und umweltverträgliche Freizeitnutzung mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne eigene Antriebskraft (,,Gewässerbefahrungskonzept") erarbeitet. Darauf aufbauend soll der Gemeingebrauch dieser Gewässer mittels Verordnung geregelt werden.
Sehr geehrter Herr Petschner, sehr geehrte Herren,
Herr Oberbürgermeister Dr. Jung hat mir Ihr Schreiben vom 18.11.2024 zur Prüfung und Beantwor tung zugeleitet. Für Ihren Einsatz für unsere Gewässerfauna darf ich Ihnen zunächst unser beider Dank aussprechen.
Wir teilen Ihr Anliegen, den Naturraum an Rednitz, Pegnitz und Regnitz in seiner Gesamtheit zu schützen und seine Artenvielfalt in und an den Gewässern für künftige Generationen zu bewahren. Aus diesem Grund haben wir uns (gemeinsam mit dem Umweltreferat der Stadt Nürnberg) den Um gang mit der Kanu- und sonstigen Bootsnutzung nicht einfach gemacht, sondern in einem aufwändi gen Prozess differenzierte Regelungen und Maßnahmen erarbeitet, um etwaige Beeinträchtigungen durch Gewässerbefahrungen künftig möglichst zu verhindern bzw. zu minimieren.